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Team Cuba - Das kubanische Salsa-Ereignis der Dekade in Deutschland!

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Am 31.Mai 1998 erlebten die Freunde der kubanischen Salsa das Ereignis des Jahres wenn nicht sogar des Jahrzehnt! Musiker, Sänger und Band-Leiter der 7 populärsten Orchester von Kuba formierten sich unter der Führung von Juan Formell zu einem einmaligen Projekt: "Das Team Kuba". Nur selten kann man die musikalische Creme eines Landes auf einer Bühne sehen. So wurde das fantastische Konzert zu einem historischen Ereignis für die afrokubanische Musik in Deutschland.

Team Cuba! Von links nach rechts: Roberto Fernandez (Los Van Van), Paulito F.G., Sandier Ante (3. Sänger von Charanga Habanera), Mario Rivera (Los Van Van), Mario Jimenez "Sombrilla" (Charanga Habanera), Pedro Calvo von Los Van Van, Manolin, Isaac Delgado, Juan Formell, Michel Marquez (Charanga Habanera), Aramis Galindo (von Adalberto Alvarez y su Son) und Toni Cala (NG La Banda).

Die Stimmung und das Wetter bei dem Open-Air-Konzert im Stadtpark von Hamburg war prima. Und nicht nur deswegen sehe ich Hamburg immer noch als Deutschlands schönste Stadt an. Es gab ein Feuerwerk des Rhythmus mit vielen von Kubas großen Hits der letzten Jahre. Die bekannten Künstler und die Band-Leader dieses All-Star-Orquesta waren: Juan Formell mit seinen Sängern von "Los Van Van", Paulito F.G. (Paulito y su Elite), Isaac Delgado, Adalberto Alvarez zusammen mit seiner Tochter (Klavier und Chor) und seinem Sänger, David Calzado mit seinen Sängern von "La Charanga Habanera", José Luis Cortez und Sänger von "NG-La Banda", Manolin El Medico de la Salsa. Sie begannen zunächst alle zusammen und danach gab jeder Sänger allein oder in Duos / Trios sein bestes. Das riesige Orchester, dirigiert von den jeweiligenen Band-Chefs war besetzt mit Piano plus Keyboard, Bass, Congas, Timbales, Schlagzeug, Guiro, 3 Chorsängern und einer sehr großen Bläsersektion aus 3 Trompeten, 3 Posaunen, 2 Saxophonen. Dazu stießen unterschiedliche Solisten. Ich fragte mich nur, warum die Bongos vergessen wurden. Stattdessen hämmerte der Guiro-Spieler öfter auf einem Drum-Computer! Aber auch das ist wohl Ausdruck der modernen kubanischen Musik, die sich gegenüber dem Son sehr stark weiterentwickelt hat und viele Einflüsse von Pop, Rap und Hip-Hop aufgenommen hat. Diese Musik nennen die Kubaner "Timba".

Es war eine Gran Fiesta in der Sonne für die "Aficionados", die nicht nur von Hamburg sondern aus ganz Deutschland angereist waren. Dieses war eines der sehr wenigen Konzerte des Teams Kuba in Europa. Sie gastierten nur in Hamburg, Paris und Spanien.

Adalberto Alvarez Adalberto Alvarez und Sänger Aramis Galindo.

Manolin Manolin El Medico de la Salsa.

Isaac Delgado Isaac Delgado. Paulito Paulito F.G. (Paulito y su Elite).

Trio Cuba Isaac, Manolin und Paulito im Trio.

Fotos und Text: Ulrich Wode.

Weitere Fotos vom "Team Cuba" gibt's bei "Hot Salsa", France.

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Interview mit Juan Formell in Kubas Zeitung "Granma International" über "Timba", die neue Musik Kubas

Von der Praxis zur Theorie

Author: MIREYA CASTAÑEDA (Granma International)
Übersetzung aus dem Englischen in's Deutsche: Ulrich Wode

"Heutzutage in Kuba spielen wir die Musik anders, und niemand weiß, wie er sie nennen soll. Die Leute tanzen auch anders und es gibt keinen Namen dafür. Also nennen wir die Musik "Timba." Das erklärte der Songwriter und Leiter der Gruppe "Los Van Van", Juan Formell, während der Präsentation ihrer neuen CD, "Te pone la cabeza mala" (ungefähr: "Es läßt Dir Den Kopf schwirren").

Formells Gespräch mit der Presse umfaßte verschiedene aktuelle Themen. Davon wurden einige kontrovers diskutiert, was die Atmosphäre des Konferenzsaals manchmal erhitzte.

Es war interessant Formell zu hören, wie er versuchte, über diesen neuen Sound zu theoretisieren, den er "Timba" betitelt hat, und von dem er sagt, er läge in der Mitte zwischen dem traditionellen kubanischen Son und der Salsa.

Formell begann diese Erklärung mit der Aussage, daß es eine starke musikalische Konkurrenz im Kuba dieser Tage gibt und daß dieses einer der besten Momente in der Geschichte der populären Musik sei. Eigentlich spricht Formell speziell über Tanzmusik, während kubanische populäre Musik darüber hinaus ein viel breiteres Spektrum abdeckt, wie viele Musiker betonten.

Gemäß Formell, der bereits eine Legende auf dem Gebiet der Tanzmusik darstellt, geht dieser Boom zurück auf die ersten Änderungen, die von Elio Revé eingeführt werden. Diesen folgten stärkere Modifikationen durch sein eigenes Band, "Los Van Van", und natürlich Chucho Valdés mit "Irakere". "Später war es Adalberto Álvarez, der wichtige Änderungen im Sound vornahm. Und José Luis Cortés, der anpaßte, was er als Mitglied von Irakere und von Los Van Van erlernt hatte. In seiner eigenen Gruppe "NG-La Banda" erfand er Strukturen, die die jüngeren Musiker auch annahmen."

"Timba ist der Sound der Insel," sagte Formell weiter, "und es ist schwer, das formal zu erklären . Aber die Änderung sind begründet durch die Tänzer, die sich in den letzten fünf Jahr anders bewegen. Jedes musikalische Genre - und Kuba hat 20 oder 30 - hat einen Tanz. Für mich sind das interessanteste genau die Tänzer. Sie zeigen, daß es etwas neues in unserer Musik gibt."

Er sagte, daß es die Tänzer sind, die den Musiker motivieren, neue Ideen zu entwickeln. Die geben die Anhaltspunkte dafür, was getan werden sollte. Und Formell muß es wissen, denn seine Band steht an der Spitze der Charts seit fast 30 Jahren.

Er beharrt, daß die Kubaner jetzt anders tanzen und daß er deswegen die neue Bezeichnung "Timba" fördert. "Es gab einen Moment, als wir das Wort "Salsa" wegen des internationalen Umfeldes annehmen mußten. Zu dieser Zeit waren wir in der Defensive, jedoch jetzt sind wir in der Offensive und wir können sagen, 'Nein, das ist nicht was wir tun. Wir sind irgendwo zwischen traditionellem Sohn und Salsa.' ".

Ist der Gebrauch von dieser neuen Bezeichnung strategisch? "Wir tanzen und spielen die Musik anders und wir hatten keinen Namen dafür," antwortet er, "und ja, indem wir unsere künstlerischen Talente kombiniern, werden wir den Markt aufrollen. Es ist eine neue Initiative und es benötigt einen neuen Namen. Timba, ein musikalischer Name wie Rumba oder Conga."

Mario Rivera, einer der Sänger der Band und einer der Besten in seinem Genre, fügte hinzu, daß diese Bezeichnung wirklich seit einigen Jahren von den Studenten der Kunstakademien verwendet worden ist. Er glaubt, daß es ein gut definiertes musikalisches Konzept und auch eine musikalische Haltung ist.

Formell hob seine Meinung hervor, daß kubanische Musiker (Tanzmusiker) ihr gutes Recht haben, eine neue Initiative aufzunehmen und nicht mit dem fortzufahren, was in den 50ern getan wurde.

Dies ist zweifellos ein Streitpunkt gegenüber anderen Musikern, Maestros des Son und sogar jenen aus seiner Generation, die Erfolg hatten mit der Konzentration auf den traditionellen Son, einige von ihnen mit neuen Arrangements und Kombinationen. Ein Beispiel ist die Gruppe, die vor kurzem einen Grammy gewann mit ihrer CD "Buenavista Social Club".

In der Welt der Musik gibt es viel Spielraum und viele unterschiedliche Geschmäcker. Dieses ist durch den erwähnten Preis und durch einen anderen Grammy in der Latin-Jazz-Kategorie bestätigt worden, gewonnen von der Gruppe "Crisol", angeführt durch den US-Tompeter Roy Hargrove, mit Kompositionen und Arrangements von Chucho Valdés.

Formell organisierte ein Konzert, ungefähr genannt "Wir sind's, was abgeht", mit Mitgliedern seiner Bandes und weitere (aber nicht alle), die bei kubanischen Tänzern die Populärsten sind: Paulito FG y Su Élite, Adalberto Álvarez y Su Son, Issac Delgado, El Médico de la Salsa, NG-La Banda und Charanga Habanera.

In Erwiderung auf die Behauptung, daß sie "alle fast gleich klingen", gab Formell an, daß, obgleich sie den gleichen Sound haben, jede Gruppe seine eigene Persönlichkeit hat.

Er glaubt, daß seine neue CD gut ausgeglichen ist bezüglich Arrangements und Liedtexten. In Spanien sei sie bereits veröffentlicht, nur in den Staaten konnte sie noch nicht ordentlich präsäentiert werden wegen Piraterie.

Einige Journalisten fragten nach seinen Erwartungen, wie die neue CD die Tänzer in Kuba erreichen könne, wo es nur wenige CD-Spieler gibt, da sie nur gegen Dollars verkauft werden. Nach einem lebhaften Meinungsaustausch wurde verkündet, daß das Label Caribe Productions bald Audiokassetten der Aufnahme für kubanische Pesos verkaufen würde.

Los Van Van hat einen dicht gepackten internationalen Zeitplan für 1998: Brasilien, Panama und Argentinien (April), Uruguay und Frankreich (Mai), Vereinigte Staaten (Juni) und Europa (July-August). Formell kündigte auch an, daß die All-Star-Gruppe Konzerte in Madrid, Barcelona, auf den Kanarischen Inseln, in Paris, London und in Rom geben würde.

Posting: Sun, 12 Apr 1998 by Curtis Lanoue" in der Newsgroup rec.music.afro-latin.


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