Leiter
und Sänger der Gruppe ist der Peruaner Luis Molina. Seit den 80er-Jahren
in Köln, Bonn und Süddeutschland aktiv, "eroberte" er mit Rumbará
seit 1994 auch Nordeutschland. Luis Molina ist vielen auch als Herausgeber
des ersten deutschen Salsa-Magazin "EUROSALSA" bekannt. Der langjährige
Experte der Salsa-Szene fördert die Latin-Kultur in Deutschland mit
großem Engagement. Dabei ist ihm der Stil und die Qualität der
Salsa-Musik ein besonderes Anliegen.
Seine warme, ausdrucksvolle Gesangsstimme gefällt mir immer wieder besonders. Beeindruckt hat sie mich bereits in den bisher nur im Radio zu hörenden Studioaufnahmen der Band. Eine CD-Veröffentlichung ist geplant. Wie die Stars des Salsa versteht sich Luis Molina auf den improvisierenden Sonero-Gesang, mit dem er stets Abwechslung in die Stücke bringt. Was Schlagzeuger von Pop/Rock-Bands am Hihat-Becken gut beschäftigt, übernimmt Luis Molina noch zusätzlich zu seinem Gesang: mit dem Metall-Guiro treibt er den Rhythmus voran. Übrigens spielt er auch sehr gut Gitarre.
Zu der neuen internationalen Besetzung von Rumbara gehören einige der besten Latin-Musiker aus Berlin, die mit modernen kubanischen Rhythmen frischen Wind in die Arrangements der Gruppe bringen. So brachte der Timbalero José Velarde von einem mehrmonatigen Studienaufenthalt bei einem der besten Perkussionisten der Welt, Changuito von der berühmten kubanischen Gruppe "Los Van Van", den "Songo" mit. Dieser von Changuito erfundene Rhythmus war eine der bedeutenden Innovationen der letzten Jahre in der kubanischen Musik und beeinflußte auch die Salsa.
Der kubanische Bassist und Arrangeur Tony Fonte beeindruckte bei dem Auftritt mit einem sehr temperamentvollen Spiel, das die Stimmung im Publikum anheizte. Die typischen "off-beatigen" Salsa-Baßrhythmen wechselten sich ab mit heftigen Funk-Einlagen und Trommelgewittern auf den Baßseiten.
Die beiden Percussionisten, Merly Donoso aus Chile an den Congas und José Velarde "Momo" aus Costa Rica an den Timbales legten den dichten und für Salsa so typischen pulsierenden Rhythmusteppich, der die Tänzer in Bewegung hält. Von den beiden hätte ich gerne einige Solos gehört.
Mit Solos indes sparten nicht die Melodieinstrumente Piano (Oliver Lepinet aus Deutschland) und die Bläser, die mit ihren Variationen den Jazz als Würze einstreuten. Obwohl an dem Abend "nur" zu zweit, warfen der Chilene Jorge Donoso am Saxophon und Roberto Gutowsky aus den USA an der Posaune gepfefferte Bläser-Riffs in's Publikum.
Bekannte kubanische Lieder wie Lagrimas Negras (bekannt von der kubanischen Gruppe "Conjunto Rumbavana"), Azucar, Lola, Ritmo Tambor y Flores gingen direkt in die Ohren und Tanzbeine der Zuhörer. Bei ihrem Konzert präsentierte Rumbará überwiegend Salsa. Zu ihrem Repertoire gehören jedoch z.B. auch Merengue, Guajira, Timba und Despelote.
Nach dem Ende des Live-Teils und der Zugaben wußte Rumbarás Partner, DJ Roberto Leineweber, das Verlangen des Publikums nach mehr von dieser wunderbaren Musik mit einer Salsa-Disco nebst üppiger Light-Show zu erfüllen.
Ulrich Wode (Text und Fotos), Herausgeber des Internet-Salsa-Service "Sals@lemania" und Conguero der Gruppe "Salsaludando"